Nachhaltigkeit statt Wegwerfgesellschaft

Forschungsprojekt sucht Wege zur Kreislaufwirtschaft

Das neue Projekt „CircEL“ erforscht Wege zu einer wirklichen Kreislaufwirtschaft. Ingenieur*innen und Jurist*innen untersuchen an der Universität Freiburg künftig gemeinsam, welche Voraussetzungen es braucht, um Materialien, Komponenten und Produkte länger und nachhaltiger zu nutzen. Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert das Forschungsprojekt mit drei Millionen Euro für die kommenden sechs Jahre.

Kreislaufwirtschaft ist ein nachhaltiges Gegenmodell zur so genannten Wegwerfwirtschaft: Rohstoffe, Materialien und Produkte werden möglichst lange erhalten und wiederverwertet. Dazu tragen die Gestaltung von Produkten und ihre Herstellung ebenso bei wie Gebrauch, Reparatur und Abfallbewirtschaftung. Wege zu einer echten Kreislaufwirtschaft erforscht ab Juli 2026 eine interdisziplinäre Forschungsgruppe von Ingenieur*innen und Rechtswissenschaftler*innen an der Universität Freiburg: Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert das Projekt „Circularity Engineering and Law“ (CircEL) für sechs Jahre mit drei Millionen Euro. Der Eigenanteil der Universität Freiburg liegt bei weiteren 700.000 Euro.


Von Abfallrecht bis Sachmängelgewährleistungsrecht

„Auf dem Gebiet der Kreislaufwirtschaft fallen der politische Anspruch und die Wirklichkeit leider bisher weit auseinander. Das wollen wir ändern – und damit einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Gesellschaft leisten“, sagt Prof. Dr. Frank Balle, Professor am Institut für Nachhaltige Technische Systeme (INATECH) der Universität Freiburg. Gemeinsam mit Prof. Dr. Jan Henrik Klement von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät hat er die Forschungsgruppe ins Leben gerufen. Ziel der beiden Wissenschaftler und ihres CircEL-Teams ist es, konkret aufzuzeigen, wie eine bessere Kreislaufführung von technischen Systemen erreicht werden kann, und hierfür auch einen Rechtsrahmen zu ermöglichen, der dieser Anforderung Rechnung trägt.

Hierbei stellen sich vielfältige Herausforderungen – angesichts zahlreicher rechtlicher Vorgaben vom klassischen Abfallrecht über das Produktdesignrecht bis hin beispielsweise zum Sachmängelgewährleistungsrecht. „Wir brauchen fachlichen Pioniergeist in beiden Disziplinen, eine große Bereitschaft zum gegenseitigen Zuhören und sehr viel Begeisterung für die Sache“, sagt Klement.


Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung

Mit Hilfe der Förderung durch die Carl-Zeiss-Stiftung sollen in Freiburg unter anderem vier interdisziplinäre Doktorarbeiten und zwei Habilitationsstellen entstehen. Geplant sind außerdem Expert*innenworkshops, Fachtagungen und gemeinsame Veröffentlichungsprojekte. „Wir möchten mit unserem Projekt auch eine Plattform für die zukünftige Kooperation der beiden Fakultäten schaffen, von der unsere Universität nachhaltig profitieren wird“, sagt Balle. Klement ergänzt: „Wir schaffen eine neue, dauerhaft anschlussfähige Brücke zwischen technischer Nachhaltigkeitsforschung und rechtswissenschaftlicher Transformationsforschung.“

CircEL fügt sich ideal in den Schwerpunktbereich „Wege zur Nachhaltigkeit“ des Forschungsprofils der Universität Freiburg ein und verstärkt das Forschungsfeld „Circularity Engineering“ am Institut für Nachhaltige Technische Systeme (INATECH). An der Rechtswissenschaftlichen Fakultät soll das Umwelt- und Nachhaltigkeitsrecht unter anderem verstärkt in den Schwerpunktbereich Deutsches, Europäisches und Internationales Öffentliches Recht eingehen. Das Freiburger CircEL-Team wird von einem Expert*innenkreis aus der industriellen und juristischen Praxis und Wissenschaft sowie mit ökonomischem Sachverstand beraten und unterstützt.


Link zur Originalpressemitteilung: https://uni-freiburg.de/nachhaltigkeit-statt-wegwerfgesellschaft-forschungsprojekt-sucht-wege-zur-kreislaufwirtschaft/

Kontakt:

Kerstin Steiger-Merx
Referentin PR/Marketing
Technische Fakultät
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-8056
E-Mail: steiger-merx@tf.uni-freiburg.de

Prof. Dr.-Ing. Frank Balle
Institut für Nachhaltige Technische Systeme
Walter-und-Ingeborg-Herrmann-Professur für Leistungsultraschall und Technische Funktionswerkstoffe (EFM)
E-Mail: EFM@inatech.uni-freiburg.de

11.02.2026