Biomoleküle hochpräzise quantifizieren: Ausgründung MillionMolecules ist gestartet

Das gemeinsame Start-up der Professur für Anwendungsentwicklung (IMTEK) und Hahn-Schickard geht den Schritt von der Forschung zum Unternehmertum

Was als gemeinsame Forschungsarbeit begann, nimmt nun als eigenständiges Unternehmen Gestalt an: Mit der Gründung der MillionMolecules GmbH bewegt sich das Freiburger Team um Dr. Judith Schlanderer, Dr. Peter Jülg, Dr. Fabian Lickert, Dario Wahl und Alexander Mayer in Richtung Markteinführung seiner Technologie.

MillionMolecules entwickelt ein System für die digitale Polymerase-Kettenreaktion (dPCR) mit einem um bis zu Faktor hundert größeren Messbereich verglichen mit dem Stand der Technik. Mithilfe zentrifugaler Mikrofluidik können Proben in bis zu einer Million kleinste Reaktionsräume aufgeteilt werden. So lassen sich Biomoleküle wie DNA und RNA besonders präzise und ohne aufwendige Kalibrierung quantifizieren. Ziel ist es, die hohe Genauigkeit der digitalen PCR mit der Geschwindigkeit, Wirtschaftlichkeit und einfachen Handhabung etablierter PCR-Verfahren zu verbinden. Mögliche Einsatzgebiete reichen von der Krebs- und Infektionsdiagnostik bis zur Umwelt- und Lebensmittelanalytik.

Die Wurzeln von MillionMolecules liegen in der langjährigen Zusammenarbeit zwischen der Professur für Anwendungsentwicklung (geleitet von Prof. Dr. Roland Zengerle) und der Hahn-Schickard gGmbH. Aus gemeinsamen Forschungsarbeiten im Bereich der Mikrofluidik und molekularen Diagnostik entwickelte sich die Geschäftsidee, die seit 2025 durch das Förderprogramm EXIST-Forschungstransfer unterstützt wird.

MillionMolecules ist bereits die elfte Start-up-Initiative, die aus diesem erfolgreichen Forschungs- und Innovationsumfeld hervorgegangen ist. Die Ausgründung setzt damit eine langjährige Erfolgsgeschichte fort: aus wissenschaftlichen Erkenntnissen und neuen Technologien entstehen marktfähige Produkte und eigenständige Unternehmen.